Warum beten?

7. May '10

Heiner und ich 2008Mein Freund, Heiner, kämpft seit zwei Jahren gegen Krebs. Wir gehen Schritt für Schritt, Tag für Tag mit ihm, Christa und ihren drei Töchtern durch das “Tal des Todesschattens” und stehen mit ihnen im Gebet. Wir haben viele unserer Freunde um regelmässiges Gebet für seine Heilung engagiert. Gestern haben wir Heiner und Christa besucht und dabei die Nachricht erhalten, dass der Krebs jetzt auch seine Bauchspeicheldrüse befallen hat. Laut Prognose der Ärzte hat er 10-12 Wochen zu leben. Was erzähle ich jetzt all den Leuten, die für ihn beten? Dass ihre Gebete unerhört bleiben? Sollte ich das ganze vergeistlichen und ihnen sagen, dass Gott Heiner vielleicht die ultimative Heilung geben will und ihn nach Hause nehmen will?

Das alles zwingt mich, meine ganze Theologie des Gebets neu durch zu denken. Unbewusst habe ich sicher für selbstverständlich genommen, je mehr Leute ich im Gebet für Heiner engagiere, umso größer die Chancen, dass er geheilt würde. Kann Gott “gelobbied” werden?

Der Entschluss, zu dem ich komme: Wie arrogant von mir, Gebet zu nutzen, nur um das zu bekommen, was ich will, oder vielleicht was ich meine, verdient zu haben! Ist nicht Gebet viel mehr ein Kanal für Gemeinschaft mit Gott, der auch mit mir Gemeinschaft haben möchte? Wie oft bin ich zu Ihm mit meiner persönlichen Tagesordnung ins Gebet gegangen? “Herr, Du bist groß und barmherzig. Danke für all Deinen Segen! Jetzt… hier meine Liste von Dingen, die Du für mich tun solltest…” 

Warum tendiere ich so viel im Gebet selber zu reden? Warum höre ich so wenig zu? Gestern saßen Heiner und ich für lange Momente zusammen und haben gar nicht mit einander geredet. Ich habe nur neben ihm gesessen, während er auf der Couch lag. Und es war gut. Warum tue ich das nicht mit Gott? Vielleicht ist DIES der Hauptgrund für das Beten… einfach zusammen sein mit dem, der mich wertvoll genug gehalten hatte, um für mich Sein Leben zu geben und nach alldem, mit mir zusammen SEIN will.

Ist dass denn Resignation? Habe ich meinen Glauben daran verloren, dass Gott Heiner heilen kann und mich resigniert, sein Leben aufzugeben? Nein, ich denke nicht. Es ist nicht Resignation… eher die Kontrolle über Leben und Tod aufzugeben, die sie keiner von uns sowieso besitzt. Das Leben ist oft unfair und dient dazu, mich dazu zu bringen, los zu lassen, auf zu geben, mich Gott gegenüber zu kapitulieren… die weisse Fahne hoch halten; Gott, der weiser und gnädiger und liebevoller ist als ich manchmal begreifen kann.

Doch will Gott auch, dass wir zu Ihm mit unseren Bedürfnissen und Anliegen kommen. Er hört und antwortet, wenn wir wie ein Kind mit Demut, Ehrlichkeit und Betroffenheit zu Ihm kommen. Die Bibel ist voll von solchen Beispielen. Hier nur eine:

2.Könige 20,1-6: 1 In dieser Zeit wurde Hiskia todkrank. Der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, besuchte ihn und sagte: "So spricht der Herr: 'Regle noch die letzten Dinge, denn du bist unheilbar krank und wirst bald sterben.'" 2 Als Hiskia das hörte, drehte er sich zur Wand und betete: 3 "Ach Herr, denk doch daran, dass ich mein Leben lang treu bei dir geblieben bin und mit ganzer Hingabe getan habe, was dir gefällt." Er fing laut an zu weinen. 4-5 Jesaja war inzwischen wieder gegangen. Doch er war noch nicht einmal bis zum Tor des inneren Vorhofs gekommen, als der Herr ihn noch einmal mit einer Botschaft zu Hiskia zurücksandte. Jesaja ging erneut zum König und sagte: "Du König meines Volkes, höre, was der Herr, der Gott deines Vorfahren David, dir sagen lässt: 'Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Ich will dich gesund machen. Übermorgen kannst du wieder in den Tempel des Herrn gehen. 6 Ich verlängere dein Leben um fünfzehn Jahre.


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